Förderprogramm · Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt

KMU-innovativ: Elektronik / Autonomes Fahren / HPC

Bis zu 70 % Zuschuss für KMU-Spitzenforschung in Elektronik, autonomer Mobilität und High-Performance Computing.

KMU-innovativ Elektronik / Autonomes Fahren / HPC ist die Hardware- und Mobilitätslinie der BMFTR-Initiative KMU-innovativ. Du kannst als KMU risikoreiche Spitzenforschung in Mikro- und Nanoelektronik, Leistungselektronik, Sensorik, autonomem Fahren und High-Performance Computing fördern lassen. Der Zuschuss beträgt je nach Unternehmensgröße und FuE-Kategorie bis zu 70 % der förderfähigen Kosten. Der Antrag läuft zweistufig über die Geschäftsstelle EEE der VDI/VDE-IT in Dresden — mit Skizzenstichtagen am 15. April und 15. Oktober jeden Jahres.

FördergeberBundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
DurchführungVDI/VDE Innovation + Technik GmbH, Geschäftsstelle KMU-innovativ EEE, Dresden
ZielgruppeKleine und mittlere Unternehmen (KMU) gemäß EU-Definition: weniger als 250 Beschäftigte und Jahresumsatz max. 50 Mio. EUR oder Bilanzsumme max. 43 Mio. EUR, mit Betriebsstätte in Deutschland, die Spitzenforschung in Elektronik, autonomem Fahren oder HPC betreiben.
FörderartZuschuss
FörderhöheRichtwert max. ca. 500.000 EUR förderfähige Kosten pro KMU-Anteil. Daraus ergibt sich eine Zuwendung von bis zu 350.000 EUR (kleines KMU, industrielle Forschung) bzw. bis zu 225.000 EUR (kleines KMU, experimentelle Entwicklung).
FördersatzIndustrielle Forschung: kleines KMU bis 70 %, mittleres KMU bis 60 %. Experimentelle Entwicklung: kleines KMU bis 45 %, mittleres KMU bis 35 %. Zusätzlich +15 Prozentpunkte bei wirksamer Kooperation mit einer Forschungseinrichtung (AGVO Art. 25 Abs. 6 lit. b). Hochschulen als Verbundpartner: bis 100 % + 20 % Projektpauschale.
FristSkizzenstichtage jährlich am 15. April und 15. Oktober. Nächster Stichtag: 15. Oktober 2026. Einreichung jederzeit möglich, Bewertung zum nächstgelegenen Stichtag.
DauerMaximal 36 Monate (typisch 24–36 Monate).
BeihilferahmenAGVO Art. 25 (Beihilfen für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben). Keine De-minimis-Förderung.

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Voraussetzungen

  • KMU-Status gemäß EU-Definition (Annex I AGVO): weniger als 250 Beschäftigte und Jahresumsatz ≤ 50 Mio. EUR oder Bilanzsumme ≤ 43 Mio. EUR — verbundene und Partnerunternehmen werden anteilig einbezogen.
  • Forschungskern liegt im Technologiefeld Elektronik / Autonomes Fahren / HPC: Mikro-/Nanoelektronik, Leistungselektronik, Sensorik/MEMS, autonome Fahrzeugelektronik, ADAS/V2X, HPC-Architekturen, eingebettete Systeme oder vertrauenswürdige Elektronik.
  • Spitzenforschungscharakter des Vorhabens: hohes wissenschaftlich-technisches Risiko, signifikanter Innovationsgrad über den internationalen Forschungsstand hinaus — reine Adaption bestehender Hardware-Plattformen ohne methodischen Beitrag genügt nicht.
  • Vorhaben qualifiziert als industrielle Forschung oder experimentelle Entwicklung gemäß AGVO Art. 25 — keine reine Grundlagenforschung und keine Markteinführung.
  • Unternehmenssitz und Betriebsstätte in Deutschland.
  • Kein Unternehmen in Schwierigkeiten gemäß Art. 2 Nr. 18 AGVO.
  • Kein offener EU-Rückforderungsbeschluss für rechtswidrige Beihilfe (AGVO Art. 1 Abs. 4 lit. a).
  • Mindestens eine qualifizierte FuE-Fachkraft mit einschlägigem Hardware-, Embedded- oder HPC-Profil — oder Kooperation mit einer einschlägigen Forschungseinrichtung.
  • Bei Verbundprojekten: Das KMU muss die Konsortialführung (Verbundkoordination) übernehmen — Hochschulen oder Forschungseinrichtungen dürfen nicht Konsortialführer sein.
  • Projekt darf nicht vor Erhalt des Zuwendungsbescheids begonnen werden (Verbot des vorzeitigen Maßnahmenbeginns, BHO § 44, AGVO Art. 6).

Förderfähige Kosten

  • Personalkosten: Bruttolohn inkl. Arbeitgeberanteil Sozialversicherung × projektbezogener FuE-Anteil (z. B. Hardware-Designer, ASIC-/Chip-Entwickler, Firmware-/Embedded-Engineers, Systemarchitekten, Test-/Verifikationsingenieure).
  • Material- und Verbrauchskosten: Wafer, Sensorelemente, PCB-Prototypen, Bauteile (passiv, aktiv, Leistungshalbleiter), Test-Boards, Reinraum-Verbrauchsmaterialien.
  • Geräte- und Anlagenkosten (AfA-Anteil): anteilige Abschreibungen auf projektbezogen eingesetzte Spezialgeräte wie Wafer-Prober, Hochfrequenz-/Leistungsmessplätze, FPGA-Prototyping-Boards, HPC-Cluster, Klimakammern, Fahrzeug-Testträger.
  • Reisekosten: projektbezogene Dienstreisen nach BRKG (z. B. IEEE ISSCC/IEDM/DAC, OEM-/Tier-1-Termine, Foundry-Besuche, Verbundtreffen).
  • Fremdleistungen / Unteraufträge: Foundry-Services (MPW-Tape-outs über IMEC, Europractice, X-FAB, GlobalFoundries), Maskenkosten, externe Charakterisierung/Messung, Zertifizierungs-/Akkreditierungsdienstleister (ISO 26262, AEC-Q100/200, IEC 61508), EDA-Tool-Lizenzen (projektbezogener Anteil), Cloud-EDA, Fahrzeug-Testgelände-Nutzung.
  • Hochschulen als Verbundpartner: Personalausgaben, Sachausgaben, Reisekosten, Fremdleistungen (Ausgabenbasis AZA) plus 20 % Projektpauschale auf die Zuwendungssumme.
  • Nicht förderfähig: Patent-Anmeldekosten (sind Eigenanteil).

Typische Stolperfallen

Stichtag verpasst

Die Skizze wird zum nächsten Stichtag (15. April oder 15. Oktober) bewertet. Wer einen Termin verpasst, wartet 6 Monate. Das PT-Outline-Tool kann am Stichtag selbst überlastet sein — mindestens 2–3 Wochen früher einreichen.

Falscher Projektträger gewählt

Für Elektronik / Autonomes Fahren / HPC ist ausschließlich die Geschäftsstelle EEE der VDI/VDE-IT in Dresden zuständig (KMUinnovativ-EEE@vdivde-it.de). Vorhaben mit Software-/KI-Schwerpunkt gehören in die IKT-SWS-Linie beim PT KI Berlin — falsche Einreichung führt zur Ablehnung.

Skizze zu lang

Die Projektskizze darf maximal 12 Seiten (DIN A4, 11 pt, Zeilenabstand 1,5) umfassen. Seiten darüber werden vom Gutachtergremium nicht gelesen.

Kein Spitzenforschungscharakter

Reine Adaption bestehender Halbleiter-Plattformen, Sensoren oder HPC-Systeme ohne methodischen Beitrag wird abgelehnt. Der Abstand zum internationalen Forschungsstand (SOTA) muss mit konkreten Benchmarks belegt werden — IEEE ISSCC, IEDM, VLSI, DAC, SC/HPCA sind die Referenz-Venues.

Verbund ohne KMU-Konsortialführung

Bei Verbundvorhaben muss ein KMU die Konsortialführung übernehmen — auch wenn Fraunhofer-Institute, Hochschulen oder IHP inhaltlich treibend sind. Skizzen ohne KMU-Konsortialführer werden formal abgelehnt.

Vorzeitiger Maßnahmenbeginn

Keine Bestellungen, Verträge, Personaleinstellungen, Foundry-Tape-out-Reservierungen oder Wafer-Bestellungen für das Projekt vor dem Bewilligungsdatum. Bei Verstoß droht die vollständige Rückforderung der Zuwendung.

Automotive ohne ISO 26262 / AEC-Q adressiert

Wer Halbleiter oder Systeme für den Automotive-Einsatz entwickelt, muss die ASIL-Klassifikation (ISO 26262), den AEC-Q-Qualifizierungspfad (AEC-Q100 für ICs, AEC-Q200 für Passive) und bei autonomem Fahren ISO 21448 (SOTIF) im Vorhaben skizzieren — sonst wird der Verwertungsplan unglaubwürdig.

Foundry-Kosten ohne Angebote

Maskenkosten und MPW-Tape-outs sind als Fremdleistung förderfähig, aber nur wenn eine marktübliche Vergabe nachgewiesen wird (mindestens ein Angebot oder begründete Foundry-Wahl). Ohne Angebote droht die Kürzung dieser Kostenposition im Vollantrag.

Antragsprozess

  1. 11 — KMU-Status und Themenfeld prüfen. Prüfe zunächst deinen KMU-Status gemäß Annex I AGVO (inkl. verbundener Unternehmen, OEM-/Tier-1-/VC-Beteiligungen). Kläre, ob der Forschungskern eindeutig Elektronik / Autonomes Fahren / HPC ist — bei Mischvorhaben mit Software-/KI-Schwerpunkt die Hotline der Geschäftsstelle EEE kontaktieren: KMUinnovativ-EEE@vdivde-it.de, Tel. 0351-486797-20.
  2. 22 — Verbund oder Einzelprojekt entscheiden. Entscheide, ob du allein antragstellst (Einzelprojekt) oder eine Hochschule oder Forschungseinrichtung (z. B. Fraunhofer IIS/IZM/IPMS/IMS, IHP Frankfurt/Oder) als Partner einbindest. Bei Verbund übernimmt das KMU zwingend die Konsortialführung. Die Kooperation mit einer Forschungseinrichtung erhöht den Fördersatz um +15 Prozentpunkte.
  3. 33 — Projektskizze erstellen und einreichen. Erstelle die Projektskizze (10–12 Seiten, DIN A4, 11 pt, Zeilenabstand 1,5) über das PT-Outline-Tool der Geschäftsstelle EEE (https://www.elektronikforschung.de/foerderung/kmu-innovativ). Enthalten sein müssen: Zielsetzung, internationaler Forschungsstand mit SOTA-Benchmarks, innovativer Ansatz, Arbeitsplan mit TRL-Roadmap und messbaren Meilensteinen, Verwertungsplan inkl. IP- und Lieferkettenstrategie sowie Teamqualifikation. Einreichung jederzeit möglich, Bewertung zum nächsten Stichtag (15. April oder 15. Oktober). Nächster Stichtag: 15. Oktober 2026.
  4. 44 — Begutachtung abwarten. Das Gutachtergremium der Geschäftsstelle EEE bewertet die Skizze innerhalb von ca. 2 Monaten nach dem Stichtag. Bei positiver Bewertung erhältst du eine Aufforderung zur Vollantragstellung.
  5. 55 — Vollantrag über easy-Online stellen. Reiche den Vollantrag über das Bundesportal easy-Online (https://foerderportal.bund.de/easyonline/) ein. Typische Frist: 3 Monate nach Aufforderung. Erforderliche Unterlagen: Formantrag AZK (Unternehmen) bzw. AZA (Hochschulen), detaillierte Vorhabenbeschreibung, KMU-Erklärung (Annex I AGVO), Verwertungsplan, letzte 2 Jahresabschlüsse, Handelsregisterauszug, Lebensläufe der Schlüsselpersonen. Bei Verbund: Kooperationsvertrag mit IP-Regelungen.
  6. 66 — Bewilligung erhalten und Projekt starten. Der Zuwendungsbescheid ergeht ca. 2–3 Monate nach Vollantragstellung. Erst nach Eingang des Bescheids darf das Projekt beginnen — keine Bestellungen, Personaleinstellungen oder Foundry-Reservierungen vorher.

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Kombinierbarkeit mit anderen Programmen

Kumulierung mit der Forschungszulage (FZulG) ist möglich — aber nur für unterschiedliche Kostenblöcke. Kosten, die durch KMU-innovativ gefördert werden, dürfen nicht auch in die FZulG-Bemessungsgrundlage einfließen; der Eigenanteil und nicht gedeckte Personalkosten können für die FZulG angesetzt werden. Keine Doppelförderung derselben Kosten mit ZIM, Horizon Europe (KDT JU / Chips JU) oder IPCEI Mikroelektronik.

Häufige Fragen

Wer ist berechtigt, KMU-innovativ Elektronik zu beantragen?

Antragsberechtigt sind ausschließlich KMU gemäß EU-Definition: weniger als 250 Beschäftigte und Jahresumsatz max. 50 Mio. EUR oder Bilanzsumme max. 43 Mio. EUR. Der Unternehmenssitz muss in Deutschland liegen. Bei Verbundprojekten können Hochschulen und Forschungseinrichtungen als Partner auftreten, aber das KMU muss die Konsortialführung übernehmen.

Wie hoch ist die Förderung bei KMU-innovativ Elektronik?

Die Förderquote beträgt für kleine KMU bis zu 70 % bei industrieller Forschung und bis zu 45 % bei experimenteller Entwicklung. Mittlere KMU erhalten bis zu 60 % bzw. 35 %. Kooperierst du mit einer Forschungseinrichtung, steigt der Satz um +15 Prozentpunkte. Der Richtwert für die förderfähigen Kosten liegt bei ca. 500.000 EUR pro KMU-Anteil.

Wie beantrage ich KMU-innovativ Elektronik?

Das Verfahren ist zweistufig. Zuerst reichst du eine 10- bis 12-seitige Projektskizze über das PT-Outline-Tool der Geschäftsstelle EEE (VDI/VDE-IT, Dresden) zum Stichtag 15. April oder 15. Oktober ein. Bei positiver Bewertung (nach ca. 2 Monaten) wirst du zur Vollantragstellung über easy-Online aufgefordert. Der nächste Stichtag ist der 15. Oktober 2026.

Welche Technologien werden in der Elektronik-Linie gefördert?

Gefördert werden Vorhaben aus Mikro-/Nanoelektronik, Leistungselektronik (z. B. SiC/GaN), Sensorik und MEMS, elektronischen Systemen und Heterointegration, autonomem Fahren und ADAS/V2X, High-Performance Computing sowie eingebetteten Systemen und vertrauenswürdiger Elektronik. Software- und KI-zentrierte Vorhaben gehören in die Schwester-Linie IKT-SWS beim PT KI Berlin.

Kann ich KMU-innovativ Elektronik mit der Forschungszulage kombinieren?

Ja, die Kombination ist möglich — aber nur für unterschiedliche Kostenblöcke. Kosten, die KMU-innovativ fördert, dürfen nicht auch für die Forschungszulage angesetzt werden. Deinen Eigenanteil und nicht durch KMU-innovativ gedeckte Personalkosten kannst du in die Forschungszulage einbringen.

Primärquellen

KMU-innovativ: Elektronik / Autonomes Fahren / HPC mit upsmart beantragen.

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Zuletzt redaktionell gepflegt: 13. Juni 2026. Rechtlich verbindlich sind ausschließlich die Primärquellen der genannten Behörden.
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