Förderprogramm · Europäische Kommission

Digital Europe Programme (DIGITAL)

Digitale Kapazitäten für Europa aufbauen – mit bis zu 100 % EU-Förderung.

Das Digital Europe Programme (DIGITAL) ist das EU-Förderprogramm für die digitale Transformation Europas im Mehrjährigen Finanzrahmen 2021–2027. Mit über 8,1 Mrd. EUR fördert es sechs strategische Bereiche: High Performance Computing, Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Advanced Digital Skills, Deployment & Interoperabilität sowie Halbleiter (Chips for Europe ab 2023). DIGITAL ergänzt Horizon Europe (Forschung) und CEF Digital (Infrastruktur) – der Fokus liegt auf Capacity Building und dem breiten Einsatz digitaler Technologien in Wirtschaft, öffentlicher Verwaltung und Gesellschaft (typisch TRL 7–9). Antragsberechtigt sind Konsortien aus EU-Mitgliedstaaten und assoziierten Drittstaaten: Forschungseinrichtungen, Universitäten, öffentliche Verwaltungen, KMU und Großunternehmen.

FördergeberEuropäische Kommission (DG CNECT); ausführende Stellen: HaDEA (Advanced Digital Skills, Deployment, KI), ECCC (Cybersicherheit), EuroHPC Joint Undertaking (HPC), Chips Joint Undertaking (Halbleiter), EISMEA (KMU-Linien)
DurchführungEU Funding & Tenders Portal (ec.europa.eu/info/funding-tenders/opportunities/portal/)
ZielgruppeKonsortien aus EU-Mitgliedstaaten und zu DIGITAL assoziierten Drittstaaten – öffentliche Verwaltungen, Forschungseinrichtungen, Universitäten, KMU, Großunternehmen, EDIH-Konsortien; je nach Topic auch Single Applicants
FörderartMischform
FörderhöheMehrere Mio. EUR pro Vorhaben; Großvorhaben (HPC-Systeme, Pilotlinien Chips, EDIH-Netzwerk) können zweistellige Millionenbeträge erreichen. Gesamtbudget: über 8,1 Mrd. EUR (2021–2027).
Fördersatz50 % Standard (Innovation Action / Deployment mit Industriebeteiligung); 75 % wenn KMU oder öffentliche Einrichtungen Hauptbegünstigte sind; bis zu 100 % bei besonderen Cybersecurity-Aktionen und Coordination & Support Actions; EDIH: fix 50 % EU + 50 % Mitgliedstaat / Region / Privatmittel
FristDIGITAL-2026-SKILLS-10 und DIGITAL-2026-BESTUSE-10: 01.10.2026 (17:00 Uhr Brüssel). Weitere Calls (HPC via EuroHPC JU, Cybersicherheit via ECCC, KI, Chips via Chips JU) folgen separaten Zeitplänen – jeweils im EU Funding & Tenders Portal prüfen.
DauerTypisch 24–48 Monate; EDIH-Förderung in 3-Jahres-Zyklen (36 Monate) mit Erneuerungsoption
BeihilferahmenEU-Zuschuss gemäß Verordnung (EU) 2021/694; kein Beihilferahmen im engeren Sinne (EU-eigenes Programm, kein staatlicher Beihilferecht-Regime). Indirekte Kosten: 7 % Pauschale auf förderfähige Direktkosten (ohne Subcontracting) – Einzelwerte je Topic im Model Grant Agreement prüfen.

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Voraussetzungen

  • Sitz aller Konsortialpartner in einem EU-Mitgliedstaat oder einem zu DIGITAL assoziierten Drittstaat (Verordnung (EU) 2021/694 Art. 10–12; aktuelle Assoziierungsliste 2026 im jeweiligen Topic-Eintrag prüfen)
  • Gültiger, validierter Participant Identification Code (PIC) für jeden Konsortialpartner im EU Funding & Tenders Portal – Validierung kann mehrere Wochen dauern
  • Konsortium-Mindestgröße gemäß Topic: typisch ≥ 3 unabhängige Rechtspersonen aus ≥ 3 EU-MS/assoziierten Staaten; einzelne Topics erlauben Single Applicants oder verlangen erweiterte Konsortien
  • Vorhaben adressiert Capacity Building und Deployment im hohen TRL-Bereich (typisch TRL 7–9) – keine reine Grundlagenforschung (gehört in Horizon Europe)
  • Ausschließlich zivile Anwendungen – keine Defence- oder primär militärischen Zwecke (Verordnung (EU) 2021/694)
  • Antrag passt exakt zum Scope und den Expected Outcomes des gewählten Topics (DIGITAL Work Programme 2025–2027)
  • Aktiver Knowledge-Sharing-Plan mit konkreten Mechanismen (Open Source, Open Data, EDIH-Netzwerk-Austausch) gemäß Verordnung (EU) 2021/694 Art. 17
  • Bei Co-Funding Actions (z. B. EDIH): schriftliche Co-Funding-Zusagen von Mitgliedstaat / Region / Privatpartnern für mindestens 50 % der Gesamtkosten zum Antragszeitpunkt – eliminatorisch
  • Keine Doppelfinanzierung identischer Kosten durch andere EU-/nationale Programme (EU Financial Regulation)
  • Bei Cybersecurity-Topics: EU-Eigentumskontrolle der Partner, Einhaltung von Verordnung (EU) 2019/881 (Cybersecurity Act) und NIS2-Richtlinie (EU) 2022/2555
  • Bei KI-Topics: risikobasierte Klassifikation und dokumentierte Konformitätsbewertung gemäß Verordnung (EU) 2024/1689 (AI Act)
  • DSGVO-Compliance (Verordnung (EU) 2016/679) bei Verarbeitung personenbezogener Daten, ggf. Datenschutz-Folgenabschätzung (DPIA)

Förderfähige Kosten

  • Personalkosten: Gehälter und Lohnnebenkosten der direkt am Projekt beteiligten Mitarbeiter (Nachweis per Timesheets oder deklarativer Methodik gemäß Model Grant Agreement)
  • Subcontracting: Kosten für externe Dienstleister – nicht Teil der Bemessungsgrundlage für indirekte Kosten; Kernaufgaben dürfen nicht vergeben werden; Best-Value-for-Money-Prinzip; im Antrag begründen
  • Reisekosten und Aufenthalt (Travel and Subsistence)
  • Ausrüstung: anteilige Abschreibung über die Projektlaufzeit (insb. IT-Hardware, Sensorik, Testumgebungen)
  • Sonstige Güter, Werke und Dienstleistungen: Cloud-Services, Lizenzen, externe Computing-Ressourcen
  • Open-Access-Publikationsgebühren (Article Processing Charges – APC) gemäß DIGITAL-Open-Science-Pflichten
  • Intern erbrachte Leistungen als Unit Costs nach genehmigter Methodik (z. B. Computing-Stunden, Großgerätezugang)
  • Financial Support to Third Parties (FSTP / Cascade Funding) – wenn Topic explizit erlaubt; typisch bis zu 60.000 EUR pro Drittpartei ohne weitere Begründung
  • Indirekte Kosten (Overhead): 7 % Pauschale auf alle förderfähigen Direktkosten ohne Subcontracting – kein Einzelnachweis erforderlich (Wert verification_pending; im Topic-Eintrag und Model Grant Agreement prüfen)

Typische Stolperfallen

Verwechslung mit Horizon Europe

DIGITAL fördert keinen Forschungscharakter (TRL 1–6) – das ist Horizon Europe. Wer ein Forschungsprojekt einreicht, wird in Relevance niedrig bewertet. DIGITAL finanziert Capacity Building und Deployment (typisch TRL 7–9).

Co-Funding nicht rechtzeitig gesichert

Bei EDIH und anderen Co-Funding Actions muss die 50-%-Kofinanzierung durch Mitgliedstaat / Region / Privatpartner bereits zum Antragszeitpunkt schriftlich zugesichert sein. Fehlen diese Zusagen, ist der Antrag inadmissible – keine Evaluierung.

PIC-Validierung zu spät gestartet

Die Validierung eines Participant Identification Code (PIC) dauert mehrere Wochen. Wer erst kurz vor dem Cut-off startet, riskiert, dass einzelne Partner nicht rechtzeitig validiert sind und der Antrag nicht eingereicht werden kann.

Zu schmaler geographischer Footprint

DIGITAL bewertet den EU-Mehrwert. Konsortien mit nur 2–3 Mitgliedstaaten oder rein nationalem Fokus erhalten schlechte Relevance- und Impact-Bewertungen. Ziel: 5–15 Partner aus möglichst vielen EU-Mitgliedstaaten.

Knowledge-Sharing nur als Pflichtformulierung

DIGITAL erwartet konkrete Mechanismen mit Zeitplan und Kanälen: Open-Source-Repositories, Webinars, Schulungsmaterial, EDIH-Network-Meetings. Eine pauschale Erklärung ohne Umsetzungsplan führt zur schlechten Impact-Bewertung.

Fehlender öffentlicher Sektor in Deployment-Calls

Viele eGovernment- und Deployment-Topics verlangen explizit öffentliche oder halböffentliche Partner (Ministerien, Regionen, öffentliche Forschungseinrichtungen). Fehlt dieser Partner, ist der Antrag inadmissible oder erhält negative Implementation-Bewertung.

Cybersecurity- und Datenschutzanforderungen unterschätzt

DSGVO, NIS2, AI Act und ggf. EU-Sicherheitsklassifikationen müssen frühzeitig in die technische Architektur eingebaut werden – nicht als nachträglicher Anhang. Bei KI-Projekten: risikobasierte AI-Act-Klassifikation bereits im Antrag dokumentieren.

Seitenlimit überschritten

Part-B-Seiten über dem Topic-spezifischen Limit werden nicht evaluiert. Das Limit variiert je Topic (typisch 30–70 Seiten) – im jeweiligen Topic-Eintrag im EU Funding & Tenders Portal vor Einreichung prüfen.

Antragsprozess

  1. 11. Passenden Call und Topic identifizieren. Im EU Funding & Tenders Portal nach Topic-Codes DIGITAL-2026-... suchen. Aktuelle HaDEA-Calls: DIGITAL-2026-SKILLS-10 (Advanced Digital Skills) und DIGITAL-2026-BESTUSE-10 (Deployment), Cut-off 01.10.2026. HPC-Calls: EuroHPC JU. Cybersicherheit: ECCC. Chips: Chips JU. Topic Description und Expected Outcomes sorgfältig lesen.
  2. 22. Konsortium aufbauen. Mindestens 3 Partner aus 3 EU-MS/assoziierten Staaten (je nach Topic); Mischung aus öffentlichem Sektor, Forschung/Bildung und Industrie/KMU. Koordinator mit EU-Projekt-Track-Record festlegen. Bei Co-Funding Actions schriftliche Zusagen von Mitgliedstaaten/Regionen frühzeitig einholen.
  3. 33. PIC-Registrierung aller Partner sicherstellen. Jeder Konsortialpartner braucht einen validierten Participant Identification Code (PIC) im EU Funding & Tenders Portal. PIC-Registrierung und Validierung können mehrere Wochen dauern – sofort starten. Folgende Dokumente bereithalten: Handelsregisternummer, USt-IdNr., Rechtsformnachweis, Bilanzen (bei nicht-öffentlichen Partnern).
  4. 44. Vollantrag erstellen (Part A + Part B). Part A (Online-Formular im Portal): Projekttitel, Abstract, Partner-PICs, Budget je Kostenkategorie (Personal, Subcontracting, Kauf, Overhead), Ethics Issues Table, Eigenerklärungen. Part B (PDF, typisch 30–70 Seiten je Topic): Abschnitte Relevance, Quality, Impact, Implementation. Anhänge separat: CVs, Track Records, Co-Funding-Zusagen, Ethics-/Security-Self-Assessment, Data Management Plan, Open-Source-Strategie.
  5. 55. Antrag einreichen. Einreichung ausschließlich über das EU Funding & Tenders Portal (EU Login / ECAS). Frist: 17:00 Uhr Brüsseler Zeit am Cut-off-Datum (DIGITAL-2026-SKILLS-10 und DIGITAL-2026-BESTUSE-10: 01.10.2026).
  6. 66. Evaluierung abwarten. Mindestens 3 unabhängige Experten bewerten den Antrag remote nach Relevance, Quality, Impact und Implementation (jeweils max. 5 Punkte, Schwellenwert typisch 3/5 je Kriterium, Gesamtschwelle 10/15 oder 12/15). Dauer: ca. 4–6 Monate nach Cut-off. Alle Antragsteller erhalten einen Evaluation Summary Report (ESR) mit Stärken/Schwächen je Kriterium.
  7. 77. Grant Agreement Preparation. Bei Förderzusage: Consortium Agreement (DESCA-Modell oder DIGITAL-spezifisch) zwischen allen Partnern vor Grant Agreement Signature abschließen. Description of Action (DoA) finalisieren. Compliance-Dokumente (Ethics Requirements, AI-Act-Konformitätsbewertung, DSGVO-Nachweise, Co-Funding-Belege) einreichen. Dauer: ca. 3–6 Monate.
  8. 88. Projektdurchführung und Reporting. Projektstart nach Grant Agreement Signature. Periodic Reports (technisch und finanziell) alle 12–18 Monate. KPI-Tracking zu Digital-Decade-Zielen. Timesheets monatlich führen. Certificate on Financial Statements (CFS) durch Wirtschaftsprüfer erforderlich ab kumulierter Förderung ≥ 430.000 EUR je Begünstigtem. Knowledge-Sharing-Aktivitäten und Open-Source-Releases gemäß Plan.

Wie upsmart hilft

Die KI von upsmart gleicht dein Vorhaben in Sekunden gegen alle sechs DIGITAL-Bereiche und die jeweils offenen HaDEA-, ECCC- und EuroHPC-Calls ab – inklusive automatischer Prüfung, ob Co-Funding-Quoten (50 % EDIH) bereits belegt und Konsortiumsmindestgrößen je Topic erfüllt sind. Fristen wie der Cut-off 01.10.2026 werden automatisch getrackt; prüfungssichere Antragsentwürfe (Part A + Part B) erstellt das System, dein Team entscheidet. Erfolgsbasiert, kein Honorar vorab.

Kombinierbarkeit mit anderen Programmen

DIGITAL-Mittel können komplementär – aber nicht für identische Kosten – mit anderen EU- und nationalen Programmen kombiniert werden: Horizon Europe (Forschungsvorläufer zu DIGITAL-Deployment-Projekten), RRF (Recovery and Resilience Facility, nationale Digital-Komponenten als Co-Funding), EFRE (regionaler Co-Funder für EDIH und Deployment), ESF+ / Erasmus+ (ergänzende Skills-Programme), InvestEU (Finanzierungsinstrumente zur Skalierung), EU4Health (digitale Gesundheitsanwendungen), CEF Digital (digitale Infrastrukturen). Doppelfinanzierung identischer Kostenpositionen ist ausgeschlossen.

Häufige Fragen

Wer ist beim Digital Europe Programme antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind Rechtspersonen mit Sitz in einem EU-Mitgliedstaat oder einem zu DIGITAL assoziierten Drittstaat – darunter öffentliche Verwaltungen, Forschungseinrichtungen, Universitäten, KMU und Großunternehmen. Die meisten Calls verlangen ein Konsortium aus mindestens 3 unabhängigen Rechtspersonen aus mindestens 3 EU-Mitgliedstaaten; einige Topics erlauben auch Single Applicants. Die aktuelle Assoziierungsliste und die genaue Konsortiumszusammensetzung sind je Topic im EU Funding & Tenders Portal zu prüfen.

Wie hoch ist die Förderung beim Digital Europe Programme?

Die Förderquote hängt vom jeweiligen Topic ab. Standard-Fördersatz: 50 % der förderfähigen Kosten. Bei Projekten, bei denen KMU oder öffentliche Einrichtungen Hauptbegünstigte sind: 75 %. Bei besonderen Cybersecurity-Aktionen und Coordination & Support Actions: bis zu 100 %. EDIH-Konsortien erhalten fix 50 % EU-Kofinanzierung; die restlichen 50 % müssen von Mitgliedstaat, Region oder Privatpartnern kommen. Das Gesamtbudget des Programms für 2021–2027 beträgt über 8,1 Mrd. EUR.

Wie beantrage ich eine Förderung beim Digital Europe Programme?

Alle Anträge laufen über das EU Funding & Tenders Portal (ec.europa.eu). Zuerst das passende Topic identifizieren, dann alle Konsortialpartner mit einem validierten PIC registrieren (mehrere Wochen einplanen), Konsortium aufbauen und Vollantrag erstellen (Part A online, Part B als PDF). Einreichfrist ist 17:00 Uhr Brüsseler Zeit am Cut-off-Datum. Aktuelle Calls 2026: DIGITAL-2026-SKILLS-10 und DIGITAL-2026-BESTUSE-10 schließen am 01.10.2026.

Welche Projekte fördert das Digital Europe Programme – was ist kein geeignetes Thema?

DIGITAL fördert Capacity Building und Deployment im hohen Reifegrad (typisch TRL 7–9) in sechs Bereichen: HPC/Supercomputing, Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Advanced Digital Skills, Deployment & Interoperabilität und Halbleiter. Nicht förderfähig sind reine Grundlagenforschung (gehört in Horizon Europe), Defence-Anwendungen und Dual-Use mit primärem Verteidigungszweck sowie Projekte mit rein nationalem Fokus ohne EU-Mehrwert.

Was sind die häufigsten Ablehnungsgründe beim Digital Europe Programme?

Die häufigsten Ablehnungsgründe sind: falscher Topic-Scope (Antrag passt nicht zu Expected Outcomes), zu schmaler geographischer Footprint (zu wenige Mitgliedstaaten beteiligt), fehlende PIC-Validierung eines Partners, ungesichertes Co-Funding bei EDIH- und Co-Funding-Actions, Forschungscharakter statt Deployment-Fokus sowie fehlende öffentliche Stellen in Calls, die diese verlangen. Alle Antragsteller erhalten einen Evaluation Summary Report (ESR) als Grundlage für eine Überarbeitung.

Primärquellen

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Zuletzt redaktionell gepflegt: 13. Juni 2026. Rechtlich verbindlich sind ausschließlich die Primärquellen der genannten Behörden.
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